WhatsApp – populär, aber unsicher.

Schon seit einer Weile werde ich regelmäßig gefragt warum ich denn nicht WhatsApp nutze. Ich weiss, das ist der „SMS-Dienst“ und man kann damit neben Texten auch Bilder und Videos verschicken. Die App gibt es für die meisten Smartphones und Handy-Betriebssysteme; nur auf dem iPhone kostet sie 0,99 Cent, überall sonst ist sie umsonst. Viele Menschen in meiner Umgebung scheinen den Dienst schon zu nutzen und schätzen den Komfort. Trotzdem war ich bisher nicht dafür zu gewinnen, denn im Moment reichen mir meine anderen Kommunikationsdienste aus. Ich brauche nicht noch einen Kanal.

WhatApp-Client auf Android-Smartphone

Meine Haltung ist derzeit eher die Ausnahme, denn der Dienst aus Kalifornien (wie könnte es auch anders sein) ist einer der erfolgreichsten der bisherigen Smartphone-Arä und eine große Konkurrenz für den althergebrachten SMS-Dienst der Telekommunikations-Provider. Im August gab das Unternehmen auf Twitter bekannt 10 Milliarden Nachrichten an einem Tag verschickt zu haben. Das ist eine gewaltige Zahl an Nachrichten. Es muss zurecht vermutet werden, dass dahinter auch eine gewaltige Zahl von Nutzern steckt. Genaue Zahl kennt allerdings nur das Unternehmen selbst und veröffentlicht sie nicht. Die unbestätigten Zahlen, die hier und da durchs Netz geistern liegen rund um die 100 Millionen Nutzer. Viele dieser Nutzer werden auch für die App bezahlt haben. Was neben den kolportierten schwarzen Zahlen an diesem Dienst noch sehr interessant ist, das wird vielen erst auf den zweiten Blick deutlich: WhatsApp ist ein riesiges und stark wachsendes soziales Netzwerk!

WhatsApp verbindet seine Nutzer auf Basis der individuellen Kontakte auf dem Smartphone. Direkt nach der Installation gleicht es die Kontakte des Nutzers mit der Datenbank ab und zeigt ihm welche der eigenen Kontakte auch bei WhatsApp vorhanden sind. Das geschieht auf wirklich einfache Weise und macht die aktive Suche nach den Kontakten praktisch unnötig, denn alle relevanten Personen hat der Nutzer meist schon in seinem Telefonbuch. Derzeit wird der Dienst aber mehr als eine Kommunikationsplattform und weniger als ein Netzwerk wahrgenommen. Das liegt, denke ich, daran, dass man etwas anderes zur Zeit nicht nötig hat. Trotzdem ist WhatsApp ein schlafender Riese unter den sozialen Netzwerken. Mit seiner vermutlich riesigen Zahl an Nutzern und dem rasanten Wachstum könnte man vielleicht Twitter Konkurrenz machen, wenn man nur wollte.

Wie man nun seit heute allerorten im Netz lesen kann hat WhatsApp nicht nur gewaltige Potentiale, sondern auch gewaltige Sicherheitslücken. Laut einem Bericht von heise Security nutzt die App zur Authentifizierung am Server ein Passwort, dass aus Seriennummern beziehungsweise MAC-Adressen von Smartphones generiert wird. Besonders problematisch ist dabei, dass man diese Daten mit relativ einfachen Mitteln herausfinden kann – sie sind nicht besonders gesichert. Die Handy-Seriennummer findet sich rückseitig auf den meisten Geräten und die MAC-Adresse des WLAN-Chips wird gar ständig in die Umgebung gesendet. Erschreckend einfach scheint es danach zu sein mithilfe der Daten den Account eines Nutzers zu übernehmen und in seinem Namen Nachrichten zu verschicken. Ich vermute mal, dass es vielen Nutzern sauern aufstoßen würde, wenn Sie wüssten wie einfach man an ihre Nachrichten kommen kann. Doch vor allem sollte es sie bedenklich stimmen, dass dies nicht das erste Mal ist, dass Sicherheitslücken bei WhatsApp bekannt geworden sind. Schon im Mai 2011 wurde eine Lücke bekannt über die sich Accounts übernehmen ließen. Seitdem scheint es den Machern noch nicht gelungen zu sein ihre App sicherheitstechnisch zu verbessern.
Unter diesen Gesichtspunkten werde ich mir auch weiterhin nicht WhatsApp installieren, obwohl es eigentlich ein interessanter Dienst ist.

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