Endlich Gmail in Deutschland

Spontan gefreut hat mich heute Morgen ein Hinweis in Google Mail: Ab sofort darf Googles E-Mail-Dienst auch in Deutschland Gmail heißen. Nutzer von Gmail und vor allem Fans von Mods des Android-Betriebssystems, wird dies freuen.

Endlich Gmail

Gmail durfte in Deutschland bisher nicht Gmail heißen, da entsprechende Markenrechte einem Deutschen und seinem Maildienst gehörten. Einen langjährigen Rechtsstreit zur Anfechtung der Markeninhaberschaft hatte Google am Ende verloren und musste sich mit dem Namen Google Mail begnügen. Nun ist es dem Konzern aber wohl doch gelungen die Rechte an der Marke zu übernehmen. Ich vermute mal, man hat sich gütlich geeinigt.

Googlemail.com zu Gmail.com

Google hat nun einen noch einheitlicheren Markennamen für seinen E-Mail-Dienst. Die deutschen Nutzer können nun standardmäßig von der kurzen Mailadresse @gmail.com profitieren. In ihrer Webmailoberfläche wird ihnen angeboten zur kurzen Gmail-Adresse zu wechseln. Dieser Umstieg hat alleine schon von der Usability einer kürzeren Adresse her Vorteile. Für mich ist ein weiterer Vorteil, dass dadurch Anmeldefehler bei Googlediensten leichter vermieden werden können. Erst kürzlich ist mir aufgefallen, dass Google bei der Anmeldung zu Adwords zwischen den googlemail.com und gmail.com-Adressen beziehungsweise Benutzernamen unterscheidet. Wenn man sich bei Adwords mit einer gmail.com-Adresse „registriert“ hatte, dann konnte man sich nicht mit der googlemail.com-Adresse nicht einloggen, obwohl alles innerhalb des gleichen Google-Accounts passiert. Ich hoffe, dass diese Probleme in der Zukunft entfallen.


Hinweis zum Wechsel zu Gmail.

Die Hoffnung, das es durch die Umstellung keine Probleme geben wird kann man aber schon begraben. In den FAQ zur Umstellung wird auf einige Probleme aufmerksam gemacht: Nach der Umstellung auf @gmail.com kann es sein, dass es bei Google Talk auf Android-Geräten zu Verbindungsproblemen kommt. Um diesen Fehler zu beheben soll man kurz den Flugmodus aktivieren und dann wieder deaktivieren.

Gmail Android-App bald leichter erhältlich?

Eine weitere Vereinfachung bedeutet das für die Verfügbarkeit der Gmail-Android-App. Bisher durfte die Apps zum Maildienst nicht in Deutschland angeboten werden und war daher auch nicht im Google Play Shop verfügbar. Nutzer, mit vom Handyhersteller installierten Betriebssytem hatten dadurch keine Probleme, da Google Mail auf den Geräten schon vorinstalliert war. Wer allerdings Mods wie Cyanogenmod auf seinem Handy nutzen wollte, der musste sich die Gmail-App umständlich nachinstallieren. Ich denke, dass dieser Schritt in Zukunft entfallen wird und man die App ganz normal im deutschen Google Play Shop erhält.

Facebook erlaubt Bearbeiten von Kommentaren

Kommentare konnte man bei Facebook bisher nur schreiben und löschen. In einigen Situationen, nervte das bisher gehörig. Nun hat sich das aber geändert. Seit einigen Tagen erlaubt Facebook, mit Einschränkungen, das Bearbeiten von Kommentaren.

Mit dem persönlichen Profil gemachte Kommentare sind ab sofort editierbar. So lassen sich übersehene Schreibfehler nach dem Posten korrigieren, oder eine nicht mehr gewünschte Aussage ändern. Zum Editieren muss man nur auf das rechts befindliche Stiftsymbol klicken. Dadurch wird der Kommentar editierbar. Mit der Funktion lassen sich ab sofort alle bisherigen Kommentare bearbeiten. Das gilt auch für länger zurück liegende Kommentare!

Damit solche in Unterhaltungen gemachten Änderungen nachvollzogen werden können, weist Facebook direkt unterhalb des Kommentars auf die Änderungen hin. Zudem lassen sie sich in einem Bearbeitungsverlauf anzeigen.

Betreiber von Facebook-Seiten dürfen sich über das Feature allerdings noch nicht freuen. Wenn man Kommentare als Seitenbetreiber verfasst, dann kann man sie noch nicht editieren. Es öffnet sich zwar auch die Bearbeitungsansicht eines Kommentars, die vorgenommenen Änderungen können aber nicht gespeichert werden.

Es ist mir schleierhaft, warum diese Funktion bei Seiten noch nicht funktioniert. Vermutlich ist es nur ein Fehler in der Implementierung der bald behoben wird. Muss man abwarten.

Selbst wenn die Bearbeitungsfunktion für Seiten richtig funktioniert, frag ich mich, warum sie nur halbherzig umgesetzt wird. Änderungsbedarf besteht ja nicht nur bei Kommentaren, sondern vor allem auch bei den Postings selbst. Hier gibt es bisher einzig die Möglichkeit, den ganzen Beitrag zu löschen. Facebook kann das also noch konsequenter umsetzen. Dass es geht beweist die Konkurrenz (siehe Google+).

Leser von Corporate Blogs

Durch meine berufliche Tätigkeit lese ich heute auch immer mehr Corporate Blogs. Dabei interessieren mich einerseits die unterschiedlichen Herangehensweisen und Themenschwerpunkte, andererseits aber auch die Inhalte. Neben dieser spezielleren Ausprägung verfolge ich natürlich noch eine große Zahl anderer Blogs.
Heute ist mir dabei, in Burkhard Schneider’s Blog die sehr interessante Studie von Dominik Schneider und Mathias Tanner begegnet. In der schon nicht mehr taufrischen quantitativen Studie „Rezipienten von Corporate Blogs“ wurden 2008 besagte Rezipienten und ihre Nutzungsmotive mittels einer Umfrage untersucht. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen sind heute zwar keine Neuigkeit mehr, aber sie sind immer noch relevant.

An den Ergebnissen der Studie wird sehr gut deutlich, dass die Blogger unter den Lesern die wichtigsten Multiplikatoren von Blogs sind, denn sie haben eine höhere Bereitschaft in Blogs zu kommentieren oder Artikel weiterzuempfehlen. Die Leser von Blogs gehören generell zu den Meinungsführern und tragen Informationen aus Blogs auch häufig per Mundpropaganda in ihre soziale Umgebung hinein.
Besonders interessant sind die genannten Glaubwürdigkeitsfaktoren für Blogs. Dazu gehört die klare Benennung und Vorstellung der Autoren, genauso wie die Zurückhaltung mit Produktinformationen.
Wer kompakte Informationen zur Rezeption von Corporate Blogs sucht, wird bei dieser Präsentation auf jeden Fall fündig:

Birth of #Hevelingfacts – Ein Politiker gibt den Troll

Für den Korschenbroicher Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling ging das gestern vermutlich alles sehr schnell. Kaum war sein Gastbeitrag im Handesblatt erschienen, da wurde Heveling auch schon zur Zielscheibe von Kritik und Spott der ganzen Netzgemeinde. In seinem Beitrag offenbart er nicht nur eine abstruse Sicht auf die aktuellen Diskussionen zum Urheberrecht, sondern er prophezeit in selbstgewisser Überheblichkeit auch das Scheitern des Web 2.0.
So sieht Heveling die in den letzten Wochen stattfindenden Diskussionen über die amerikanischen Gesetzesvorhaben SOPA und PIPA als einen Kampf zwischen der Minderheit der „digital natives“ und der Mehrheit der realen Menschen. In seiner „medialen Schlachtordnung“ steht er, als Verfechter von „Freiheit, Demokratie und Eigentum“, „digitalen Maoisten“ gegenüber, die den „digitalen Totalitarismus“ anstreben. Das Eigentum wird schon bald über Web 2.0, Google und Wikipedia triumphieren.

So überheblich und so abstrus sich Hevelings Beitrag liest kann man sich nicht wundern, dass sich daraus ein wahrer Shitstorm für ihn entwickelt hat. Wenige Stunden nach der Ansage „Liebe Netzgemeinde ihr werdet den Kampf verlieren“ war Hevelings Webseite eines der ersten Opfer der „Gegenoffensive“ geworden. Einige Einwohner der Netzgemeinde hatten sich Zugang zur Webseite verschafft, dort erst vermeintliche Rücktrittserklärungen des Politikers gepostet und später die Seite ganz aus dem Netz gekegelt.
Die Reaktionen und Berichte in den sozialen Medien und auf Webseiten dürften aber den eigentlichen Fallout für Heveling ausmachen. Zahlreiche Webseiten und Blogs spotten mittlerweile über seine verqueren Vorstellungen zum Web 2.0 und zur Netzgemeinde. Auf Twitter zeigt die Suche nach dem Hashtag #Hevelingfacts, dass Ansgar Heveling mittlerweile zum unterhaltsamen Internet-Meme geworden ist.
Thomas Knüwer weisst in seinem Blog noch auf folgendes hin: Heveling ist nicht nur, wie der Spiegel schreibt, ein Troll, sondern sein Beitrag wurde vom Handelsblatt auch bewusst als solcher lanciert um dort für Aufmerksamkeit zu sorgen. Dies dürfte allerdings gelungen sein: So gesehen hat der dumme und unsachliche Kommentar hat für das Handelsblatt zu Unrecht positive, für Ansgar Heveling zu Recht negative Auswirkungen.

Auswirkungen könnten die Äußerungen des „CDU-Hinterbänklers“ Heveling allerdings auch auf die wahrgenommene Internetkompetenz seiner Partei haben. Während andere Parteien überlegen, wie sie der Abwanderung von Wählern zur Piratenpartei ein Ende bereiten können erreicht Heveling wohl eher das Gegenteil für seine CDU. Von seinem Parteikollegen Hendrik Bröckelmann wurde er dafür auch schon stark kritisiert.

Facebook Timeline für alle Nutzer verfügbar

Die neue Timeline von Facebook.

So sieht die neue Timeline von Facebook aus. Sie ist nun für alle verfügbar.

Wie ich gerade erfahren habe ist das neue Timeline-Profil bei Facebook nun für alle Nutzer verfügbar. Facebook hatte die Timeline in der letzten Woche vorerst nur in Neuseeland freigeschaltet. Davor konnten nur Nutzer eines Developer-Kontos sich ein Bild des neuen Profils machen.

Mit Timeline werden alle Aktivitäten der Nutzer, wie der Name ja andeutet, an einem Zeitstrahl angeordnet. Sie lassen sich damit aber auch durchsuchen und um zurückliegende Ereignisse ergänzen. Der Zeitstrahl reicht zurück bis zum Geburtsdatum, wenn dieses angegeben wurde.
Timeline bedeutet nicht nur ein neues Layout, für das Facebook-Profil. Damit verbunden ist auch die Einführung von Facebook’s neuer Version des „Open Graph“ Protokolls. Dieses soll dazu dienen die im Web stattfindenden Aktivitäten der Nutzer noch reibungsloser und umfassender zu dokumentieren. Dazu gehören wohl auch Möglichkeiten, über die Nutzeraktivitäten auf anderen Webseiten ohne gesonderte Information der Nutzer in der Timeline zu veröffentlichen. Datenschützer sehen darin natürlich einen weiteren Fauxpas Facebook’s, aber Timeline dokumentiert natürlich die Bestrebungen noch mehr zum Mittelpunkt der Internetnutzung und Kommunikation seiner Mitglieder zu werden.

Facebook testet private Nachrichten für Seiten

Facebook Seiten sind für Unternehmen zur Zeit eine der besten Möglichkeiten um mit interessierten Fans und Kunden zu kommunizieren und in Kontakt zu treten. Dabei wird nicht nur regelmäßig Lob und Kritik geäußert, sondern es werden auch immer wieder relativ vertrauliche Kundenanfragen auf der öffentlichen Pinnwand gepostet. In vielen Situationen bietet es sich für Unternehmen dann an, eine allgemein gehaltene Antwort öffentlich zu geben und gleichzeitig eine spezifische Antwort über einen vertraulichen Kanal anzubieten. Dabei gibt es bisher das Problem, dass man zwar gerne mit dem Kunden direkt kommunizieren möchte, aber als Facebook-Seite keine Möglichkeit dazu hat. Es bleiben nur die Möglichkeiten den Kontakt über einen persönlichen Account herzustellen, oder dem Kunden öffentlich eine Kontaktmöglichkeit anzubieten und darauf zu warten, dass er sich darüber nochmals meldet. Beide Varianten sind mit Nachteilen verbunden.
Wie der We-are-social-Blog gestern vermeldet testet Facebook nun private Nachrichten für Seiten um Fans direkte (und vertrauliche) Antworten zu geben. Wie es aussieht findet dieser Test nur mit einer begrenzten Zahl von Teilnehmern statt, so dass ich das leider nicht selbst testen kann. Im Detail sieht es aber wohl so aus, dass alle Besucher einer Facebookseite, egal ob Fan oder nicht, eine private Nachricht an die Seite schicken können. Diese Nachricht taucht dann als Benachrichtigung in der rechten Seiten- und oben in der generellen Benachrichtigungsleiste auf. Zur Beantwortung nutzt man das gleiche Interface wie bei privaten Nachrichten. Eine weitere Möglichkeit zur direkten Kommunikation gibt es zudem über die Kommentare. Dort hat man nun auch die Möglichkeit eine direkte Nachricht auf einen Kommentar hin zu schreiben.

Die neue Funktion ist, wenn sie allgemein verfügbar wird, eine konsequente Weiterentwicklung der Facebook-Seiten. Unternehmen sollten sich aber klar machen, dass dies auch eine andere Wahrnehmung und Nutzung von Seiten zur Folge haben wird. Seiten werden in Zukunft mehr als bisher, als legitime Anlaufstelle für Kundenanfragen angesehen werden und auch so genutzt. Seitenbetreiber stehen dann vor der Herausforderung, die Facebook-Kommunikation noch stärker in ihr Customer-Relation-Management zu integrieren als bisher.